Umfragen

Der Langzeitstudent – das unbekannte Wesen ?

In der Evangelischen Fachhochschule Hannover wurde wie an vielen anderen Hochschulen über Langzeitstudiengebühren diskutiert. Im Gegensatz zu anderen Hochschulen stellte man sich hier jedoch die Frage nach den Gründen für ein Langzeitstudium:

Nach Diskussionen im Senat der Evangelischen Fachhochschule über die Einführung von Langzeitstudiengebühren wurde deutlich, dass wir über die Gründe, warum Studierende lange studieren, nur Vermutungen, aber keine sichere Daten haben, wurde angeregt für die Studierenden des Sozialwesens eine empirische Untersuchung durchzuführen.

Dieses Vorgehen ist an sich schon erstaunlich, da sich andere Hochschulen und Bundesländer diese Mühe anscheinend nicht gemacht haben.

Es hat uns erstaunt, wie wenig Arbeiten zu dem Thema es gibt. Bei Recherchen in den Datenbanken des Instituts für Hochschulforschung der Universität Halle und bei den Datenbanken, die der Deutsche Bildungsserver anbietet, ergab sich für den Zeitraum ab 1995 nur eine weitere relevante Arbeit „Dortmunder Studie“ von Kirchhoff (1996)

Verlässliche Daten über Langzeitstudierende gibt es nicht, nur Vermutungen und pauschale Vorurteile über gesellschaftlich gewünschte Studienzeiten - die Situation von Langzeitstudenten interessiert dabei nur zweitrangig.

Daher können wir die Studie von Gregor Terbuyken als Annäherung an den Langzeitstudenten / die Langzeitstudentin nur empfehlen!

TERBUYKEN, G. (2005a). Der Langzeitstudent – das unbekannte Wesen ? Daten zu Langzeitstudierenden des Studiengangs Sozialwesen an der Evangelischen Fachhochschule Hannover. efh-paper P05-003. Hannover: Blumhardt Verlag ISSN 1612-2054

zum Download als .pdf

Leider wurden in der Evangelischen Fachhochschule Hannover, wie in ganz Niedersachsen inzwischen allgemeine Studiengebühren eingeführt, Langzeitstudierende zahlen noch etwas mehr.

Allgemeine Studiengebühren
Höhe: 500 € pro Semester seit WiSe 2006/2007 (für Erstsemester) bzw. seit SoSe 2007 (für alle).

"Langzeitstudierende" müssen höhere Gebühren von 600-800 € zahlen - anstatt der allgemeinen Studiengebühren; sie können kein Darlehen erhalten.

Studiengebühren in Niedersachsen (Quelle: studis-online.de)

28% weniger Langzeitstudis - Studiengebühren führen zum Studienabbruch!

Seitdem in immer mehr Bundesländern Studiengebühren für Langzeitstudierende verlangt werden, sind die Zahlen der Langzeitstudis dramatisch zurückgegangen.

Die Zahl der Langzeitstudierenden ist in einer Reihe von Bundesländern eingebrochen, seit dort Gebühren von dieser Gruppe verlangt werden. Im Wintersemester 2004/2005 sank die Zahl der Studierenden, die im 15. oder einem höheren Fachsemester studierten, um 35 000, das entspricht einem Rückgang von 28 Prozent, wie Johann Hahlen, der Präsident des Statistischen Bundesamtes, am Dienstag in Berlin erklärte.


Besonders Nordrhein-Westfalen und Hessen haben durch eine rücksichtslose Gebühren-Politik auf sich aufmerksam gemacht. Hier mussten sogar über 40% der Langzeitstudis ihr Studium aufgeben.

In der Statistik machen sich besonders die rückläufigen Studierendenzahlen in Nordrhein-Westfalen und Hessen bemerkbar. Nordrhein-Westfalen senkte die Zahl seiner Langzeitstudierenden um 43, Hessen um 42 Prozent. Welche Motive die Abbrecher hatten – ob sie sich das Studium nicht mehr leisten konnten oder ob sie ohnehin nur als Karteileiche immatrikuliert waren –, können die Statistiker nicht sagen. Mit der Einführung der Gebühren ist auch die Zahl der Studierenden im Zweitstudium stark gesunken: um 44 200, das entspricht 36 Prozent.

Über die persönliche Situation der Langzeitstudis gibt es keine Statistiken. Die Langzeitstudis gegen Studiengebühren meinen: Egal ob als Karteileiche oder als aktiver Studierender - alle haben das Recht auf ein Studium, auch bis zur Rente!

Quelle: Statistisches Bundesamt über den Tagesspiegel http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/07.12.2005/2219481.asp#art

Studiengebühr-Umfrage 2005

Studie zur Studiengebühren-Umfrage

Hier präsentieren wir Ihnen die Ergebnisse der Studiengebühren-Umfrage auf sozioland.

langzeit

Immerhin lehnen 16% der Befragten Studiengebühren für Langzeitstudis ab! Bei den offenen Antworten lassen sich dann einige Gründe für Gebühren finden:

z.B. Gebühren für Langzeitstudis?
  • Wenn es sich um ewige Studenten handelt, ja.
  • Jedoch nur, wenn diese Überschreitung bewusst realisisert wurde
  • Exmatrikulation, wer so lange überzieht, dem gehört kein Abschluss
daraus folgt:

Dem ewigen Studenten, der bewusst eine Überschreitung der Regelstudienzeit realisiert, gehört kein Abschluss!

Mit Entschuldigung darf auch mal aus (sozialen) Gründen länger studiert werden, das muss aber sorgfältig geprüft und kontrolliert werden - nicht dass doch noch einer von den Sozialschmarozern durchrutscht...

Offene Antworten zur Frage:"Studierende, die vier Semester über der Regelstudienzeit noch eingeschrieben sind, gelten in vielen Bundesländern als Langzeitstudenten. Sollen Ihrer Meinung nach Langzeitstudenten eine Gebühr für ihr Studium zahlen?"

langzeitstudis gegen studiengebühren

länger studieren - ohne gebühren!

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